1. Barlettas zweieinhalb Hauptstraßen: das Herz der Stadt
Es gibt Straßen, die eine Stadt einfach durchqueren, und andere, die auf ihre Weise die Geschichte einer Stadt erzählen. In Barletta zeigt sich dies besonders deutlich entlang der zweieinhalb Hauptstraßen: Corso Vittorio Emanuele, Corso Garibaldi und Corso Cavour, der historisch auch als Via Cavour bezeichnet wird.
Auf etwas mehr als einem Kilometer trifft man auf einige der bekanntesten Orte Barlettas: Kirchen, historische Paläste, Geschäfte, Cafés, Theater und Denkmäler, die von Jahrhunderten der Stadtgeschichte zeugen. Diese Straßen verbinden den ältesten Teil der Stadt mit den später entstandenen Vierteln und sind bis heute wichtige Orientierungspunkte für Einwohner und Besucher.
Wer diese drei Achsen zu Fuß entlanggeht, bewegt sich fast unbemerkt vom mittelalterlichen Barletta in die Stadt des 19. Jahrhunderts, von bedeutenden Monumenten zu Geschäften und vom Verlauf der ehemaligen Stadtmauer zum alltäglichen Leben im Stadtzentrum.
2. Corso Vittorio Emanuele: die Straße der großen Monumente
Wenn es eine Straße gibt, die viele Menschen unmittelbar mit dem Zentrum von Barletta verbinden, dann ist es der Corso Vittorio Emanuele. Er gehört zu den bedeutendsten Straßen der Stadt und vereint entlang seines Verlaufs einige der Bauwerke, die das Stadtbild Barlettas besonders prägen.
Der bekannteste Abschnitt ist der Bereich, in dem sich die Basilika des Heiligen Grabes, der Koloss von Barletta und das Stadttheater Giuseppe Curci befinden. Diese Abfolge macht den Spaziergang besonders interessant: Auf wenigen hundert Metern begegnet man Bauwerken und historischen Zeugnissen aus sehr unterschiedlichen Epochen.
Der Koloss, die große Bronzestatue, die von den Einwohnern Barlettas Arè genannt wird, ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Nicht weit entfernt befindet sich das Curci-Theater, das 1872 eröffnet wurde und nach dem aus Barletta stammenden Komponisten Giuseppe Curci benannt ist. Das Theater liegt direkt am Corso und verleiht ihm seinen eleganten Charakter des 19. Jahrhunderts.
Entlang des Corso Vittorio Emanuele liegen außerdem das Rathaus, der Bereich San Giacomo und der Uhrturm. Die Straße ist zugleich eng mit dem alltäglichen Leben der Stadt verbunden: Geschäfte, Bars und andere Betriebe stehen hier neben historischen Gebäuden und Denkmälern.
3. Corso Garibaldi: die Straße zum historischen Herzen der Stadt
Der Corso Giuseppe Garibaldi besitzt einen anderen Charakter als der Corso Vittorio Emanuele, ist aber ebenso wichtig, um die Stadtgeschichte Barlettas zu verstehen. Sein Verlauf gehört zu einer der alten Straßen, die die Stadt mit Canosa di Puglia verbanden.
Früher war diese Straße unter dem Namen via della Selleria bekannt, eine Bezeichnung, die auf das Handwerk und den Handel rund um die Herstellung von Sätteln verweist. Heute ist der Corso weiterhin eine der wichtigsten Verkehrsachsen des Zentrums und führt Besucher in Richtung des ältesten Stadtteils.
Entlang des Corso Garibaldi findet man historische Paläste, Geschäfte und Sehenswürdigkeiten. Zu den bedeutenderen Gebäuden gehört der Palazzo Marulli, der auch mit der Geschichte der napoleonischen Zeit verbunden ist. Weiter entlang der Straße nähert man sich dem Bereich der Basilika des Heiligen Grabes und dem Netz der Straßen, die in das historische Zentrum führen.
Eine der interessantesten Eigenschaften des Corso Garibaldi ist seine Funktion als Verbindung. Auf der einen Seite führt er in die modernere Stadt, auf der anderen Seite gelangt man Schritt für Schritt in das alte Barletta, wo die Straßen enger werden und die Gassen des Viertels Santa Maria beginnen.
Diese Straße sollte man ohne Eile entlanggehen und besonders auf die Details der Fassaden, Türen und historischen Paläste achten, die von der Entwicklung der Stadt über die Jahrhunderte erzählen.
4. Corso Cavour: die alte Strada del cambio
Die dritte Achse ist der heutige Corso Cavour, wobei in der historischen Toponymie und in Quellen auch häufig der Name Via Cavour verwendet wird. Er vervollständigt gewissermaßen den Weg der beiden wichtigsten Straßen des historischen Zentrums.
Sein früherer Name ist besonders interessant: Einst wurde er „Strada del cambio“, also „Straße des Geldwechsels“, genannt, weil sich entlang dieses Weges Geschäfte und Tätigkeiten rund um den Währungswechsel konzentrierten. Dies zeugt davon, wie stark Barletta in die Handels- und Verkehrsströme der Adriaküste und Süditaliens eingebunden war.
Auch heute weist der Corso Cavour eine bedeutende Anzahl an historischen Palästen auf. Zu den interessantesten gehört der Palazzo Esperti, ein Adelspalast aus dem 15. Jahrhundert, der mit seiner breiten Fassade den Corso prägt. Das Gebäude bewahrt architektonische Elemente, die von den verschiedenen Umbauten im Laufe der Jahrhunderte zeugen.
Entlang dieses Abschnitts befinden sich außerdem Palazzo de Leone-Pandolfelli, Palazzo del Gran Priore und weitere historische Gebäude, während die Straße allmählich in Richtung Stauferburg führt. Es handelt sich daher nicht nur um eine Durchgangsstraße, sondern um eine wichtige Verbindung zwischen dem modernen Stadtzentrum und dem ältesten Teil Barlettas.
Hier weicht der kommerzielle Charakter der modernen Stadt Schritt für Schritt der älteren Atmosphäre des historischen Zentrums. An der Kreuzung mit dem Corso Garibaldi genügt es, in die Via Duomo einzubiegen, um das Herz des Viertels Santa Maria zu erreichen.
5. Warum die zweieinhalb Hauptstraßen Barletta besser erzählen als eine Karte
Auf der Karte wirken Corso Vittorio Emanuele, Corso Garibaldi und Corso Cavour zunächst wie drei gewöhnliche Straßen im Stadtzentrum. Wenn man sie jedoch zu Fuß erkundet, wird ihre Bedeutung viel deutlicher.
Die drei Achsen bilden eine Art Weg durch die Stadtgeschichte Barlettas. Der Corso Vittorio Emanuele führt an einigen der bekanntesten Monumente der Stadt vorbei; der Corso Garibaldi begleitet den Besucher in Richtung Altstadt und bewahrt den Charakter einer alten Handelsstraße; der Corso Cavour erzählt dagegen durch die historische Strada del cambio und die zahlreichen Adelspaläste von der Handelstradition der Stadt.
Aus diesem Grund sollte ein Spaziergang durch das Zentrum von Barletta nicht auf einen einzelnen Platz oder ein einzelnes Monument beschränkt bleiben. Um die Atmosphäre der Stadt wirklich zu erfassen, ist der einfachste Weg oft der beste: zu Fuß gehen, die Fassaden betrachten, die Straßen überqueren und sich von den Kreuzungen in Richtung historisches Zentrum führen lassen.
Ein einfacher Rundgang kann am Corso Vittorio Emanuele beginnen, über den Corso Garibaldi führen und an der Kreuzung mit dem Corso Cavour enden. Von hier aus kann man über die Via Duomo in die Altstadt gelangen und weiter bis zur Kathedrale Santa Maria Maggiore und zur Stauferburg gehen.
6. Häufig gestellte Fragen zu den Hauptstraßen von Barletta
Mit dem Ausdruck „zweieinhalb Hauptstraßen“ sind die drei wichtigsten Achsen des historischen Zentrums gemeint: Corso Vittorio Emanuele, Corso Garibaldi und Corso Cavour, wobei letzterer auch als Via Cavour bezeichnet wird.
Der Corso Vittorio Emanuele gehört zu den repräsentativsten Straßen der Stadt und beherbergt einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Barlettas, darunter den Koloss, die Basilika des Heiligen Grabes und das Curci-Theater.
Die Via Cavour wurde historisch als „Strada del cambio“ bezeichnet, weil sich entlang dieser Straße Tätigkeiten rund um den Geldwechsel konzentrierten. Noch heute befinden sich dort zahlreiche historische Paläste und die Straße führt in Richtung des Burgbereichs.
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören der Koloss von Barletta, die Basilika des Heiligen Grabes, das Stadttheater Giuseppe Curci, das Rathaus sowie der Bereich der Kirche und des Uhrturms von San Giacomo.
Ein guter Ausgangspunkt ist der Corso Vittorio Emanuele. Von dort kann man den Corso Garibaldi und den Corso Cavour erreichen und anschließend über die Via Duomo in die Altstadt gelangen.

